Albanerinnen im Mühlviertel

von Traudi Eibensteiner/ Mühlviertel/ Oberösterreich

„Making Connections project“ – In diesem Servas-Rahmen erreichte mich ein Mail von Doro. Junge albanische Volkstänzerin mit Freundin möchte Österreich kennenlernen. Da wärs schön, wenn sie zu mir als Volkstänzerin auch kommen könnten. Da es grad so viel Programm gab an Musikproben, Veranstaltungen zu Besuchen oder zu organisieren, wollte ich mich zuerst nicht melden. Dann entschied ich mich, es als Chance zu sehen, die beiden, VIOLA und ENTELA heißen sie, einfach überallhin, wohin sie wollten, mitzunehmen und sie dazwischen den normalen Alltag meiner Familie erleben zu lassen.

Es war eine sooo schöne Zeit mit ihnen. Noch nie war und wird unsere Apfelernte so lustig sein. Die beiden fragten, ob sie albanische Musik aufdrehen dürfen, was ich gerne bejahte. Dann sangen sie und tanzten sie beim Äpfel-Herunterschütteln und -Aufsammeln. Sie waren überhaupt sehr hilfsbereite, höfliche Wesen, ob im Haushalt oder weiter bei der Apfelernte und beim Holz-Einlagern. So war es mir eine Freude, sie zu einer Spitzen-Volksmusikveranstaltung einzuladen und die CD der Präsentation zu verschenken. Auch für einen Abend mit toller Hackbrettmusik konnte ich noch Karten für sie ergattern.

Schön war auch das Zusammenspiel mit einer weiteren Servas-Familie, den Mosers aus Freistadt. Hermine hatte schon Kontakt zu einem Volkstanzkurs in Linz geknüpft, sogar ein Dirndl für Viola, die Volkstänzerin, second-hand besorgt und den ersten Abend mit ihnen besucht. Zum zweiten Abend war dann ein Ehepaar aus unserer Gruppe so lieb sie mitzunehmen. Bei uns zu Hause holte ich alle meine Dirndl aus dem Keller und siehe da, es fand sich für beide ein genau passendes in Größe und Farbe. Es machte sooo viel Freude, ihre Freude mitzuerleben.

So wechselten die beiden mehrmals zwischen unseren Familien hin und her, wie es insgesamt am praktischsten war.
Der Abschluss war der „Tag ohne Barrieren“ im Salzhof Freistadt, den sie gerne miterleben wollten und so Einblick in die Welt von Seh- und Hörbeeinträchtigung bekamen. Zuvor hatten sie schon meinen Arbeitsplatz in der Lebenswelt Schenkenfelden für mehrfach beeinträchtigte gehörlose Erwachsene kennengelernt und einige Gebärden, die sie gleich bei meinem Skypen mit einem Kunden einsetzten – zu dessen Freude.

Auch zu einer Einladung bei den Cliniclowns konnten sie mich begleiten und diese Welt ein wenig kennenlernen. Diesen Tag ließen wir bei einem Kreistanzabend ausklingen.

Als Oma hat es mich besonders gefreut, dass sie mir von ihrer Oma Nüsse brachten, und als Musikerin freute mich die CD mit albanischer Musik. Dank Internet/ Google/Youtube lernten wir ihre Städte kennen, sahen bei Auftritten zu. Wir hatten auch live Familienkontakt beim Video-Telefonieren über whatsapp.
Gerne denke ich an die Tage mit ihnen und freue mich darüber.

VIOLA, TRAUDI, ENTELA





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Ein Kommentar zu Albanerinnen im Mühlviertel

  1. Walter sagt:

    Danke, liebe Traudi, für deinen aufmunternden Beitrag! Es freut mich, dass diese Zeit der Begegnung und des Miteinander so toll gelungen ist!
    Walter

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