Servas und Flüchtlinge – Eine neue, spannende und notwendige Diskussion

* von Arno Pilger von SERVAS Deutschland *

Als internationale Organisation, die der Völkerverständigung dient, macht sich SERVAS Gedanken zur Flüchtlingsproblematik. Im Rahmen der Jahresversammlung machten wir uns in einer Arbeitssgruppe Gedanken:

Wir wollen Vorschläge und Initiativen zusammenfassen, die für SERVAS-Mitglieder in ihren Städten interessant sein, aber auch innerhalb von SERVAS-Gruppen behandelt werden können:

  1. Diskussionen der Flüchtlingsfragen innerhalb von Regionalgruppen
  2. Übernahme von Patenschaften.
  3. Übernahme von Vormundschaften
  4. In vielen Städten sind die Jugendämter mit der Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger überfordert. Im Mehrgenerationenwohnen Essen wird in Absprache mit dem Jugendamt jeweils ein Jugendlicher oder Geschwister bis zur endgültigen Aufnahme beherbergt.
  5. Viele SERVAS-Mitglieder sind schon älter. Die Kinderzimmer sind frei…..!?
  6. Einkäufe mit Flüchtlingen
  7. Fahrräder reparieren für Flüchtlinge.
  8. Die Schulklassen werden immer umfangreicher. Was ist mit unseren pensionierten Lehrern?
  9. „Teacher on the road“ – Zusammenarbeit mit Schulen in ganz Deutschland
  10. Jemand berichtete über die Gruppen:
  11. Fremde werden Freunde – Übernahme – Day host. Insbesondere in Unistädten
  12. Interkulturelle Gärten – Schrebergartengemeinschaften im Austausch mit Flüchtlingen
  13. Welcome Dinner – in Hamburg wird für Flüchtlinge gekocht und sie werden eingeladen.
  14. Beratung bei rechtlichen Fragen und bei der Problematik der Krankenkassenkarten
  15. Erstellung eines E-Mail-Verteilers in dem sich SERVAS-Mitglieder zu diesen Themen austauschen können.

Dies sind nur einige Vorschläge. Wir wären dankbar, wenn im nächsten Infoletter ihre Vorschläge, Bemerkungen und Kritiken erscheinen. Schickt sie an unterwegs_AT_servas.de. Gerade kam noch eine Mail von Pat, die ihre persönlichen Gedanken aufschrieb. Sie sind beeindruckend, bedrückend, aber auch erfolgreich:

Von Patricia:

Meine Mutter, ihre Schwester und ihre Eltern waren Flüchtlinge. Sie und noch ein paar weitere Verwandte konnten 1936/37 aus Nazi-Deutschland fliehen. Die anderen Verwandten wurden umgebracht. Einige Servas-Mitglieder sind überrascht, wenn ich erwähne, dass ich in den USA, Kanada, Frankreich, Belgien. Portugal, Australien, Neuseeland und anderen Länder Verwandte habe bzw. hatte. Die Erlebnisse meiner Mutter (auch meines Vaters, dessen Eltern auch Flüchtlinge waren) haben unsere Kindheit stark beeinflusst. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind manchmal Gespräche hörte, Gespräche über Verwandte und Freunde, die es nicht geschafft hatten.

Meine Geschwister und ich hatten keine „normale englische Kindheit“. Unsere Eltern kannten die Gewohnheiten und Sitten nicht. Mein Familienname war „Birnbaum“ und manchmal haben andere Kinder häßliche Bemerkungen gemacht, weil ich als „böse Deutsche“ beschimpft wurde. Bei uns herrschte früher ein Gefühl von Angst und Unsicherheit. Durch ihre Erfahrungen habe meine Eltern sich häufig für andere Minderheiten eingesetzt.

Das hat mich natürlich auch beeinflusst und in den 90er Jahren haben Peter und ich mehrere bosnische Familien aufgenommen. Das können natürlich nicht alle, wir haben aber den Platz. Obwohl ich keine Religion praktiziere, komme ich aus einer jüdischen Familie. Wir haben moslemische Flüchtlinge aufgenommen und wir sind heute noch gut befreundet. Peter und ich waren ein paar Mal in Sarajewo und in Chicago, wo eine Familiue jetzt wohnt. Und jetzt kommt ein Erfolgsstory. Die erste Familie, die wir aufgenommen haben, ist in die USA ausgewandert und wohnt, wie eben erwähnt, in Chicago. Die ganze Familie hat jetzt die US-Staatsangehörigkeit. Die Tochter, als sie zu uns kam, war sie 11 Jahre alt, arbeitet jetzt bei der UN in Rom. Der Sohn, damals 8 Jahre alt, ist jetzt im diplomatischen Dienst. Bevor wir zur Jahrestagung gegangen sind, haben wir zwei sehr schöne Tage bei ihm verbracht, weil er jetzt in der US-Botschaft in Berlin arbeitet.

Für uns war das damals alles selbstverständlich, aber unsere Freunde bedanken sich immer wieder bei uns und für unsere Freunde sind wir „Familie“.

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Servas-Welcome-Quartett

Wer am Treffen in der Hohen Tatra teilgenommen hat, kennt es schon, allen anderen sei es hier vorgestellt:

Das Servas-WELCOME-Quartett von Peter Inzenhofer

Bestellungen über bayern@servas.de für 4,50 Euro pro Spiel zuzügl. Porto

Letztes Jahr hat Peter Inzenhofer, langjähriges Servasmitglied, ursprünglich aus München, ein Servas-Quartett-Kartenspiel zum Sprachenlernen für Servas entwickelt.
Er selbst schreibt in seiner Einführung dazu:
WELCOME vertritt die (Servas-) Idee, dass für jede Reise neben ein paar Dollar, Euro, Pfund, Yen oder Rubel in der Tasche einige in den Landessprachen wichtige viel benutzte Wörter der Ausdrücke im Kopf sehr nützlich sein können.
Wie schön, sich in den verschiedenen Kulturen und Sprachregionen der Welt wenigstens (mit dort gebräuchlichsten Worten) begrüßen oder bedanken zu können!
WELCOME ermöglicht das Erlernen von vier Begriffen auf spielerische Weise, vielleicht sogar im geselligen Beisammensein von Besuchern und Gastgebern. Es eignet sich als originelles und praktisches Gastgebergeschenk.
Damit auch Gelegenheits- oder Nichtspieler einen leichten Einstieg finden, hat WELCOME sehr wenige, einfache Spielregeln.
Jedes Spiel enthält 64 Karten mit vier Begriffen (Hallo! Willkommen! Danke! Friede!) in 16 verschiedenen Sprachen (darunter u.a. alle sechs UN-Sprachen, Esperanto, aber auch afrikanische und asiatische Sprachen) samt Aussprachehilfe. Weiterhin gibt es vier weitere Blankokarten, auf der ihr eine weitere Sprache eintragen könnt.
Auf der Rückseite befindet sich die Servas Visitenkarte, so dass das Spiel auch an Menschen verschenkt werden kann, die man auf Servas aufmerksam machen möchte. Es eignet sich gut, um es mit Kindern ab 10 J. zu spielen, z.B. in Schulen, Flüchtlingsunterkünften und Kindertagesstätten.

(aus dem Newsletter von Servas Deutschland)

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Kleines SERVAS-Treffen in Linz 23.1.2016

Diesen Samstag Abend wurde zu Käse, Brot und Wein Am Gründberghof 55 eingeladen,
woraus ein gemütliches und lustiges SERVAS-Treffen einiger lokaler SERVAS-Mitglieder wurde. Für den internationalen Touch sorgte Miklós Bodrogi, deutsch-sprachiger Deputy von SERVAS Ungarn, dessen selbstgebrannten Körte Pálinka wir als Aperitif und Digestif tranken. Schließlich stieß auch noch Andreas dazu, der gerade erst von seinem Aufenthalt in Jerusalem zurückkehrte. Mit Birgitt und mir als Gastgebern waren wir insgesamt 9 Personen.

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Und weil Miklós und ich untertags auch noch Otto in Gmunden besucht hatten,
war das für uns ein perfekter und abgerundeter SERVAS-Tag!

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Report for Servas Israel

* by Orna and Benjamin, Israel *

50 Servas friends participated in the Tatra-Alpe-Adria international meeting, organized by Servas Austria and Servas Slovakia in 18-24 September 2015.
Friends came from France, Italy, Germany, Austria, Switzerland, Belgium, Brasilia, Czech Republic, Poland, Israel and Slovakia. The program included hiking in the morning (3 groups by levels of difficulty), museums visits in the afternoon, artistic traditional music and dancing in the evenings. Peter from Germany organized games, like he did during 2013 Servas meeting at Sde Boker (Negev desert) in Israel.

We had time to get to know each other and discuss during the walking tours in the mountains, as well as during the meals and the get-together meetings.
Participation in this international meeting increased our will to join future meetings.

THANK YOU SERVAS AUSTRIA AND SERVAS SLOVAKIA
Thanks to the organizers for this wonderful meeting:
Hedwig Seyr-Glatz, Zuzana Polakova, Walter Dieringer, Lorenz Glatz, Dorothea Schelch

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Noch immer träumen und erzählen wir

* von Hans und Odile, Italien-Frankreich-Deutschland *

Noch immer traeumen und erzaehlen wir Freunden von der schoenen Zeit beim Servas-Treffen in der Tatra; eine Begegnung, die uns besonders gut gefallen hat, und darum moechten wir euch nochmals ganz herzlich dankenund umarmen, denn eure so herzliche und gelassene Art hatte am guten Gelingen einen grossen Anteil.

Die Stimmung war so frei und froehlich, und jeder Tag war fuer uns ein  grosses Geschenk. Auch der Wettergott hat eure grosse Arbeit mit einem warmen  Wetter gewuerdigt, und wir sind dafuer sehr dankbar.

Von der Tatra reisten wir nach Prag und dann weiter zum Sueden nach Bella Italia, wo wir dann anschliessend waehrend der letzten sonnigen Wochen viel mit unserem alten Westfalia-vw-t3-Camper unterwegs waren.

Nun aber strengt sich Servas-Rhone-Alpes/France an, um  ein gutes SENTIERINSIEME 2016 zu organisieren; auch Odile wird mithelfen, dass es gelingt  ( wie schon 2008 als guide der hard-Gruppe ). Noch duerfen wir nicht viel verraten, aber es soll, wenn es mit den  Unterbringungen klappt, im Gebiet des Mont Blanc sein.

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We want to thank you

* by Barbara & Magda, Polska *

Dear all,

My mom and I – want to thank you again for organizing the fabulous meeting in Slovakia! You were a great team & made everybody’s stay so fun and worthwhile! It’s great that we could also meet up in person and hopefully we’ll see each other somewhere, sometime -hence, the Servas style 😉

Btw, if any of you could share the group photo (on the stairs) with us – please do so 🙂

Thanks!
all the best,
Barbara & Magda

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Tatra-Alpe-Adria-Meeting und Wandertage

18-20.9. und  21.-24.9. 2015
in der Hohen Tatra
* von Hedwig Seyr-Glatz *

Die Idee, mit ServasfreundInnen zu wandern, entstand in den Köpfen von Walter und mir im Zuge einer Wanderwoche mit slowakischen Lehrern im August 2014 in der Hohen Tatra. Da begann auch gleich die Suche nach einem geeigneten Quartier, und wir wurden mit der Pension Polana bald fündig. Der Ort Stary Smokovec (900m hoch gelegen) schien uns geeignet: Verkehrsknotenpunkt von Öffis, gute Ínfrastruktur, direkte Aufstiege per pedes und per Bahn auf die Berge möglich.

Zuzana P., die slowakische Servaspräsidentin, war sofort einverstanden. So entwickelten wir dann gemeinsam die Idee weiter, gleichzeitig mit einem Alpe Adria Meeting auch Wandertage zu organisieren.

Gedacht, gesagt, getan.

Die Verhandlungen mit der Pensionchefin gingen rasch voran.

Die von Lorenz gestaltete, von Doro und Eva übersetzte, von mir ausgesandte Einladung samt Anmeldungsformular stieß gleich auf großes Interesse.

Schließlich meldeten sich 60 Leute an. Es nahmen dann tatsächlich 50 Servasse aus 11 Ländern am Wochenendmeeting, 35 an den Wandertagen teil.

Freitag: Den Empfang am 18. September vor der Pension Polana bei strahlendem Wetter mit immer noch sommerlichen Temperaturen gestalteten wir mit Hilfe von Zuzana auf slowakische Art: mit Brot, Salz, Käse und natürlich bestem Slivovica.

Am Freitag-Abend erfuhren wir in einem Vortrag eines jungen Mannes vom slowakischen Naturschutz, dass es sich hier um Urgestein und den kleinsten Gebirgsstock Europas handelt; der Windbruch vor 11 Jahren große Schäden angerichtet hat, die Baumruinen wegen des Naturschutzes nicht weggeräumt werden, daher der Borkenkäfer recht aktiv ist und nicht zuletzt, dass Bären hier häufig anzutreffen sind; entweder findet man seine Fuß- oder Verdauungssspuren, oder man hört Geschichten, sofern man des Slowakischen mächtig ist, von Begegnungen der Einheimischen mit ihnen. Peter konnte einen davon mit einem kreativen Spiel zähmen. Füchse warten an besonders schönen Aussichtspunkten auf die Touristen und stehen ihnen Modell, wie man auf den Fotos sieht.

Nach dem Vortrag kamen unsere MusikerInnen zum Zug: Elisabeth mit ihrer Gitarrenbegleitung leitete uns an, die Lieder zu singen. Christoph spielte mit Klarinette und Ziehharmonika auf und brachte uns damit in Schwung.

Samstag Vormittag: erste Bekanntschaft mit den Tatra Höhen: Hrebienok teils per Bahn, teils zu Fuß; darauf hin eine kleine Wanderung zu den nächsten Hütten.

Nachmittags dann gab es einen Ausflug ins Museumsdorf Pribylina, wo Bürger- und Bauernhäuser sowie eine Kirche und ein kleines Schloss, die man im Zuge eines Stauseebaus in den 80er Jahren hierher verfrachtet hatte, zu einem kleinen Dorf gestaltet wurden. Zwei nette junge Leute in slowakischer Volkstracht erklärten uns in englischer Sprache das Wesentliche über die slowakische Volkskultur. Wir lernten auch die Herstellung von Schafwolle kennen, manche von uns versuchten sich sogar im Kämmen des sperrigen Materials.

Abends gab es slowakische Volksmusik, die uns nach den ersten Klängen bereits zum Tanzen anregte. Alle, die das Tanzbein juckte, kamen in Bewegung. Der Spaß daran war unübersehbar.

Sonntag fuhren wir gemeinsam per Straßenbahn – was Besonderes in der Hohen Tatra , recht modern und praktisch – zum Hauptort Strbske Pleso. Wanderung im Nebel rund um den hübschen Bergsee für die weniger Geübten und baldige Einkehr in eine typische slowakische Chata=Hütte, wo wir die Nationalspeisen wie Brynsové Haluski, Pyrohy, palaciny, buchti, knedly usw. ausprobieren konnten.

Die Wandermutigen gingen trotz Regen, der sich kurz darauf verzog, zum Wasserfall Skok, wo Christoph seine Klarinette auspackte und ein Ständchen erster Klasse „zum Niederknien schön“ gab: die Bergwelt, der Wasserfall, die Gämsen und wir sind ihm ewig dankbar dafür. Einige waren davon so gestärkt, dass sie sogar noch weiter zu den höher gelegenen Seen aufstiegen und dort den Anblick der richtigen Tatrabergwelt mit den wilden Gipfeln bei ziemlich frostigen Temperaturen genossen. Ein paar Sonnestrahlen zum Ende der Wanderung waren die Belohnung fürs Durchhalten =vydrzat auf Slowakisch, ein Wort, das in dieser Gegend in den letzten Jahrzehnten sehr wichtig war und vielleicht noch immer ist.

Die BesucherInnen des Alpe Adria Wochenend-Treffens verabschiedeten sich im Laufe des Sonntags und reisten in alle Richtungen nach Hause.

Am Sonntagabend kam endlich Peter zum Zug: Welcom, Unikum und seine kleinen, feinen, materialarmen und ideenreichen Spielchen wurden unter seiner kundigen Anleitung genossen.

Montag ging es zum Poprader See, zuerst wieder mit der Tram, dann zu Fuß auf einem Sträßchen hinauf, wovon sich die schnellere Gruppe unter Walters Führung abseilte, sich auf den Waldweg begab und die Rysihütte anstrebte. Die anderen bewunderten bald auf dem symbolischen Bergwandererfriedhof die bunt verzierten Holzsäulen, die ähnlich in anderen Kulturen zu finden sind, und die in die Felsen eingeschlagenen Gedenktafeln.

Bald danach kamen wir zum See, den wir bei Sonnenlicht genießen durften. Eine Gruppe war bereit auf den nächsten Sattel aufzusteigen und wurde belohnt mit herrlicher Aussicht auf Seen und steile Gipfel. Abends erzählten die „Harten“ von ihrer Tour zum Rysihaus, den Gipfel, den angeblich vor Jahrzehnten Lenin bestiegen hatte; den sahen sie nicht, dafür aber jede Menge Gämsen sowie das höchste Bergklo über schwindererregendem Abhang mit traumhafter Aussicht.

Dienstag, der zweite Wandertag, war geprägt vom allerschönsten Herbstwetter. Der grüne See war unser Ziel und wir sahen nach zweieinhalbstündiger Wanderung auf gemütlichem Weg und nachdem die Sonne wieder hinter dem Gipfel hervorgekommen war, dass er eigentlich Smaragdgrüner See heißen sollte.

Die Berfexe machten sich auf den Weg über den Murmeltiersattel auf die andere Seite zur Lomnicker Seilbahn, die sie mit knapper Not erreichten. Es war eben gar so schön dort oben und daher vergaßen sie an eine letzte Talfahrt zu denken. Der Weg war außerdem ziemlich schwierig, er ging über steiles Geröll, erzählten so manche.

Am Mittwoch, dem dritten Tag, gingen Walter und Lorenz mit einer Gruppe zum schlesischen Haus und ich mit den Gemütlicheren den kalten Bach hinauf, vorbei an Himbeer- und Heidelbeerstauden, jeder Menge vom Borkenkäfer befallenen Bäumen und mehreren wunderschönen Wasserfällen zur Bilikova Hütte, die uns köstliche slowakische Speisen bot. Nach dem Abstieg, teils per Standseilbahn, vergnügten wir uns noch in Stary Smokovec, vor allem schätzten wir die leckeren Kuchen und Torten in der Konditorei. Knut saß dann ein paar Minuten ganz ruhig vor der Bergkulisse und und was entstand dabei? Ein wunderschönes und sehr freundliches Gedicht!.

Einige von uns verbrachten immer wieder gemütliche Stunden im Schwimmbad des benachbarten Hotels, besuchten die schönen Kulturdenkmäler der Gegend oder genossen die Sauna und Massagen in der Pension Polana.

Auch an den Abenden der drei Wandertage wurde gespielt, gesungen, musiziert, getanzt, sich unterhalten, kennengelernt, Pläne für Besuche und Reisen ausgetauscht und am letzten Abend Johannas Geburtstag gebührend gefeiert, somit Friede durch Freundschaft geübt.

Und vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben, dass diese Woche so harmonisch ablaufen konnte, möchte ich unbedingt noch sagen:

allen voran an Zuzana, Kveta, Walter, Doro, Lorenz, Eva, Peter, Elisabeth, Christoph und an alle TeilnehmerInnen.

Der Dank gilt auch der Chefin der Pension, Frau Jana G., mit der ich über Monate hinweg in angenehmer Weise korrespondiert hatte, und ihren Angestellten, die sich erfolgreich um unser Wohlbefinden bemüht haben.

Es lebe Servas! Friede durch Freundschaft!

 

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Gedicht über die Tatra-Wandertage

Servas Wanderung Hohe Tatra
20.-24.10.2015
* von Knut Werner-Rosen *

Von diesen Bergen zu singen?
Es ihnen in Worten gleich zu tun?
Was für ein Ansinnen!

Sie stehen und werfen
Felsen ins Tal – Riesenspielzeuge.
Wir, wir Menschen glauben,
wenn schon nicht mit Worten,
sie mit Füßen zu bezwingen –
ein allzu menschliches
Tun-als-ob.

Emsig, behend in Scharen, in Gruppen
übersteigen wir Flüsse aus Stein
auf Wegen und Pfaden –

und wenn wir glauben,

wir sind ihnen nahe gekommen,
ein Blick in die Höhe
belehrt uns.

Könnten die Riesen uns sehen,

ihr Lächeln wäre nachsichtig und mild,
könnten sie sprechen:
Seid geduldig und dankbar
und nehmt neben der Mühsal
unsere heiligstes Geschenk:
die Schönheit.

Die gebe ich weiter
mit diesen spröden Zeilen
Dir, Hedwig, Lorenz

und den anderen guten Geistern,
die ihr mit kundigem Sinn
uns, hier,
die Wege dorthin gezeigt.

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Friede durch Freundschaft! Transparent-Herstellung mit Freundinnen

Hilfe! Nur mehr ein paar Tage bis zum Tatra Alpe Adria Meeting am 18.9. 2015!

Alles ist vorbereitet, aber es fehlt noch das Transparent. Damit könnten wir die Hohe Tatra auf uns aufmerksam machen! Was alles ist dafür zu tun?

Das neue Logo mit den sich umarmenden Friedentauben samt Servas in der schönen Schrift groß kopieren, weißen Stoff, Textilstifte usw. besorgen, ist mit Lorenz‘ Hilfe schnell gemacht. Aber wer macht die mühselige Arbeit des Ausschneidens, Aufmalens, Nähens? Das bringe ich alleine nie in der kurzen Zeit fertig. Da fällt mir der Tauschkreis ein. Seit ein paar Monaten bemühe ich mich mit Hilfe eines bestehenden Netzwerks namens KAESCH (steht für die bisherigen Gruppen in den Vierteln: Kabelwerk, Alterlaa, Schöpfwerk) rund um die Brunnepassage, wo ich als Freiwillige arbeite, eine Gruppe zu entwickeln. Dabei sind bisher besonders viele Menschen mit migrantischem Hintergrund, die viele Fertigkeiten anbieten und ziemlich alle Deutsch lernen und Kontakt zu österreichischen Familien haben wollen. Also jede Menge für mich zu tun. Ich rufe Galina, Krankenschwester aus Russland, und Mohadese, Musikstudentin aus Persien, die beide schon öfter bei mir waren, an: „Habt ihr Zeit mir beim Basteln zu helfen? Gleich morgen?“ Gerne, ist ihre spontane Antwort. „Kommt doch zum Mittagessen. Ich koche uns was Gutes, damit wir gestärkt an die Arbeit gehen können.“ Gesagt, getan. Auch Rohi, Mohadeses Freundin, und ihre kleine Tochter Hana, sind mit von der Partie. Die drei Perserinnen sind erst seit kurzem in Wien. Wir essen, wir plaudern, ich erkläre Galina und Mohadese zwischendurch ein paar Regeln der deutschen Grammatik, auch natürlich was SERVAS ist, wenn sie schon dafür eingesetzt werden. Sie sind beide unglaublich wissbegierig. Sie fragen viel nach unseren Sitten und Gebräuchen und sie erzählen mir von ihren Familien, ihrer Sprache, ihren Tätigkeiten. Die fünfjährige Hana spielt mit Begeisterung mit allen Spielen, die meine Wohnung zur Verfügung stellt, und genießt es endlich so etwas wie eine Oma zu haben. Die Ihre ist weit weg und für sie nicht verfügbar.

Dann machen wir uns an die Arbeit. Den Stoff zu- und die Kopien ausschneiden, die Schrift ausmessen, anzeichnen, die Farben aussuchen, die Buchstaben ausmalen und dann noch den Text dreisprachig auf drei Zeilen vorskizzieren. Das Motto: „Friede durch Freundschaft“ gefällt allen gut. Dazwischen muss ich schnell in der Slowakei anrufen, um mein Slowakisch korrigieren zu lassen, damit auch die dritte, die slowakische Zeile, richtig da steht. Alle sind konzentiert bei der Sache. Schließlich muss der Stoff noch gesäumt und ordentlich vernäht werden. Galina macht das in Windeseile. Um sieben Uhr abends sind wir fertig. Alle sind zufrieden mit dem Werk und der damit verbrachten Zeit.

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Ich muss jetzt die Arbeit der drei Frauen auf meinem Tauschkreiskonto verrechnen. Kein Problem. Nur müsste ich auch das von mir gekochte Mittagessen und meine Hilfe beim Deutschlernen aufrechnen. Und das ist mein Problem, weil mir das ganz und gar nicht gefällt. Aber das ist eine andere Geschichte! Tauschen, ja, gut, aber …jede freundschaftliche Handlung gegenverrechnen???

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Winter on Tour

Nadine Winter, Servas-Traveller, hat Australien und Neuseeland besucht. Sie ist begeistert, auch und gerade von Servas. Hier der Link zu ihrem Reise-blog

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