Alpe-Adria 2012 – Kreuzlingen am Bodensee

* von Hedwig Seyr-Glatz *

Alpe-Adria-Treffen 28.-30. September 2012 in Kreuzlingen am Bodensee (CH)
Es war wieder ein gelungenes Servas-Treffen: unterhaltsam, bildend, vielseitig, bestens organisiert.Viele Möglichkeiten zum Wiedersehen und neu Kennenlernen von Servas-Freunden aus der Schweiz, aus Frankreich, aus Deutschland, aus Italien, aus der Slowakei, aus Australien und 4 Leut waren wir aus Österreich.

Der Bodensee lag im Zentrum unserer Begegnung: wir bewunderten ihn vom Fenster der Jugendherberge aus, gingen ihn entlang durch den wunderschönen Park, überquerten ihn mit einem flotten Katamaran von Konstanz nach Friedrichshafen. Dann beschäftigten wir uns im Museum Rosenegg mit der jüngeren Schweizer Geschichte der Region als Grenzland zwischen Deutschland und Österreich, besuchten das Zeppelinmuseum und besichtigten mit einer ausgezeichneten Führerin die schöne deutsche Stadt Konstanz. Ich bekam sogar Lust da einmal im Fasching zu den Fastnachtbräuchen hinzufahren, so schmackhaft hat mir die junge Dame das närrische Treiben dort gemacht. Ganz ernst wird es schon nicht werden mit der Erfüllung meines Wunsches.

Die sehr informelle Grenze über den Fußweg zwischen Kreuzlingen / Schweiz und Konstanz / Deutschland habenübrigens Künstler mit einem Werk markiert, auf dessen vier Seiten in mehreren Sprachen schlicht Welt/Monde/Mondo/World steht. So soll es werden!

Lorenz und ich fuhren im Anschluss daran noch ins schöne Tessin um dort Servas-Freunde, die im Vorjahr bei uns waren, zu besuchen. Herrliche Gegend, ideale Gastfreundschaft. Locarno, Monte Verita in Ascona, Verzascatal, usw.
Servas-Herz, was willst du mehr!

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Servas-Treffen bei Wien

* von Hedwig Seyr-Glatz *

am 20. Juli bei Gerda in Kaltenleutgeben

Gerda lud zu einem Servas-Treffen in ihrem Gartenparadies in Kaltenleutgeben/knapp bei Wien, aber schon NÖ ein. Es kamen 16 Servas-Freunde, nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern sogar aus Gmunden und Bratislava angereist. Das Wetter spielte leider nicht gut mit, aber dafür gab es umso besseres Essen. Ein Vortrag Gerdas über ihre Hilfsorgansation in Indien, wo sie jedes Jahr einmal hinfährt und für die Servas-Austria gespendet hat, und eine Menge Gespräche machten den Sommernachmittag bis spät nachts anregend und erfreulich.

Danke Gerda für ein nicht nur amüsantes, sondern auch interessantes Meeting!

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Unsere 1. Reise mit Servas: USA im Juli 2012

* von Maximilian Kastinger *

Zwei junge Travellers über ihre erste Reise mit Servas

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Bei Sentierinsieme in den Vogesen

* von Hedwig Seyr-Glatz *

Vom 22. bis 28. Juni fand die diesjährige so benannte Servas-Wanderung statt.
Sie wird bereits seit den 80er Jahren als Friedens- und Freundschaftsveranstaltung abwechselnd von Servas Italien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz organisiert. Heuer waren wir – Lorenz Glatz und Hedwig Seyr-Glatz – zum ersten Mal dabei und gleich vollauf begeistert. Frankreich war an der Reihe, die Organisation durchzuführen und die französischen Freunde haben dies mit Bravour gemeistert.

Die ersten drei Tage dienen dem Wiederbegegnen, Kennenlernen und Eingehen. 80 Leute aus Frankreich, Belgien, der Schweiz, Italien, Deutschland waren dabei und als „Exoten“ wir zwei als einzige Österreicher, 4 Japanerinnen und wie immer zur Blutauffrischung einige junge TürkInnen.

Plaudern, Singen, Sprachen lernen, Spielen und natürlich Wandern zum Eingehen für die Dreitagetour waren die Hauptbeschäftigungen vom 22. bis zum 24. Juni in einer Art Jugendherberge in Luttenbach bei Munster, ca 30 km von Colmar entfernt.

Am Montag, dem 25.6., brachen wir dann auf, in zwei Gruppen aufgeteilt, allerdings nur mehr ca 50 Leute, „Trek hard“ und „Trek medium“, geführt vom Strassburger Jean Michel der erstere, und von Sabine, ebenfalls aus Strassburg, der zweitere, zu dem wir gehörten. Einige blieben in der Gegend und kamen am letzten Abend zum Treffen in der letzten Herberge.

Wir hatten die Rucksäcke für 3 Tage gepackt, weil wir jeden Abend in einer anderen Ferme Auberge übernachteten. Gewandert wurde in der mittleren Gruppe so ca. 5 bis 6 Stunden auf den ganzen Tag verteilt durch liebliche Landschaften, durch blumige Wiesen mit hohem Gras, gelben und lila Stiefmütterchen, Unmengen von rotvioletten Fingerhüten und hohen Königskerzen, durch Buchenwälder, entlang von Schluchten mit Granitblöcken fast wie im Wald-oder Mühlviertel, am Ufer von Stauseen, die zu meinem Leidwesen alle nicht „bebadet“ werden dürfen. Nach ca. 2 Stunden Wanderung machten wir immer gemütliche Pausen, das Lunchpaket hatten wir in den Herbergen bekommen.

Die „harte“ Gruppe ging um 2 Stunden länger, machte weniger Pausen und das Trekking etwas stressiger. Wir hatten schön Zeit und meist auch genug Atemluft zum Reden über das Leben im Allgemeinen, das Servas-Leben, Familie, Beruf, Freizeit usw. Abends spielten wir, da wir glücklicherweise einen Spielexperten, den Peter aus München, in unserer Gruppe hatten und es außerordentlichen Spaß machte, uns der Spielelust hinzugeben.

Die Freunde aus Frankreich hatten wirklich alles getan, um uns die Tage und die Begegnung mit lieben Menschen so entspannt genießen zu lassen.

Es lebe Servas Frankreich!

Es lebe Sentierinsieme!

Es lebe die internationale Freundschaft!

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Abgehoben – im wunderbaren „Le Loft“ in Wien

* von Heidi Schuster *

Fotos von einem spontanem Servas-Treffen in einem fast „abgehobenen“ Rahmen:

nämlich im wunderbaren „Le Loft“ in Wien im 18. Stock mit fantastischem Rundblick über Wien. Heidi und Eva mit Servas guests aus Vancouver, Milano, Japan. Und unten angekommen sind uns die nächsten fünf über den Weg gelaufen: Hedwig und Lorenz mit einer Servas-Familie aus Israel. Zum Fotografieren war ich da leider zu überrascht :-(.

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Beim Heurigen

* von Hedwig Seyr-Glatz *

Treffen beim Hermann in Ottakring

Vreny Bösch aus der Schweiz mit Schwester und Cousin und andere Servas-Gäste aus der weiten Welt waren am 19. Juli in Wien zu Besuch, sodass ein Heurigenbesuch auf großen Anklang traf. Von Anfang an ging es sehr feucht zu, ein richtiges Donnerwetter mit Sturzfluten verwandelte die Lerchenfelderstraße in einen reißenden Bach, auf dem uns der 46er trotzdem ohne Ruder zum Wilhelminenberg brachte. Dort genossen wir wunderhübsche Nachgewitterstimmung im Weingarten mit Regenbogen über der dunstenden Stadt und hörten und erzählten mancherlei, was zwischen Kanada, der Schweiz und Österreich so passiert. Eine kleine Nachtwanderung zum nächsten Heurigen Leitner, dem meiner Meinung nach schönsten Wiens, klang dann anders feuchtfröhlich. Dass Wiener „Von Luzern auf Wägis zua“ singen können, erstaunte und erheiterte unsere Gäste aus dem Westen.

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Sabbatical – Reisen (mit Servas)

* von andreas paul und barbara paul-engl *

Im Rahmen eines Sabbatical Jahres können wir verschiedene Reisen unternehmen. Besonders bei unserer ersten Reise, die uns in den Nordosten von Canada und USA führte erlebten wir viele gastfreundliche Servas Mitglieder. Wir erlebten zwei Monate voller bewegender Begegnungen und Naturerlebnissen.

In unserem blog (sabbatical.sion.dioezese-linz.at) könnt ihr viel über diese und noch kommende Reisen nachlesen. Hoffentlich vermitteln die Photos auf jeder Seite ein wenig von der Reichhaltigkeit unserer Erfahrungen.

Viel Vergnügen beim Schmökern!
Wir freuen uns, wenn ihr uns so an unseren Reisen Anteil nehmt!

Barbara und Andreas
Unser Reise-Blog

Mit Servas in Montreal: In Montreal waren wir bei der Familie eines Rabbi zu Gast und genossen die Gastfreundschaft und vielfältigen Gespräche. Es war eine tief bewegenende Begegnung!

Hopewell Rock: Während der Ebbe spazierten wir auf dem Meeresgrund zwischen den Flowerpots.

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Summary of our Trip to Israel

* von Hedwig Seyr-Glatz *

Travel to could-have-been neighbours, to real friends, to people who refuse ennmity

We had 8 days at our disposal: May 2nd to 10th

We had found 4 Servas families who were prepared to put us up.

We met 3 former habitants from our region, the Bucklige Welt; a lady who had escaped from Wiesmath when the Nazis came to power, her son and his wife and an Arabian family on the Westbank who tries to farm the land.

Everywhere we went we talked to attentive, friendly, sensitive, educated people who were happy to tell us about the difficult history of their families and their country.

The first were Iris and Sharon with their little son Zohar, who for 2 days shared their life in their home in Oranit, a settlement bordering on the Westbank, with us.

There we had the opportunity to get to know many local people at a village party. After Lorenz explained to them the reason for our visit, the search for survivors of the Holocaust from his home village, they told us their stories of encounters which reconnected them with their roots in different parts of the world. It was the first evening and it touched us deeply.

The next morning we were shocked to see the high barbed wire fence behind which we saw nothing more than an olive grove. Another shock in the evening: our GPS refused to show us the way to Oranit: a risky zone! We had no map and no idea how to get there from Tel Aviv. Then we put another place nearby Oranit from where the GPS worked. We arrived late at Iris‘ and Sharon’s but we arrived.

The conversations with Iris were about health, Yoga, Ayurveda, her land of birth Syria, her veterinary studies in Kosice, Slovakia, subjects like at home. Sharon had to go to work, he is a policeman, a bomb disposal expert!

Israel’s settlement policy was not discussed. It apparently doesn’t seem to be a problem.

The second two evenings we spent with Jana Maria, who came from Argentina, and Avri, who came from Wiesbaden, in Kiryat Ono. We enjoyed their beautiful house and the garden as well as delicious food, conversations about their large patchwork family, about Avri’s job as a chief social worker in Israel’s prisons. He said that Arab and Jewish prisoners get along well with each other while being prepared for a job and for life in freedom. He wondered why it is so difficult to live together outside prison.

From Kiryat Ono we went to Tel Aviv for a visit to the Winklers, Judith, who came from Wiener Neustadt, and Kurt from Hochwolkersdorf, the neighbouring village to Wiesmath. Their families were expelled by the Nazis in 1938 just after the Anschluss. They told us about their dangerous escape to Palestine in 1940 and their settlement under difficult conditions in Tel Aviv. It was a touching conversation.

On the way to Haifa we met Itzig, Lili Argov´s son, and his wife Nurit in a big shopping centre near Haifa where they have a shop for art things. We spoke about his mother and his grandmother who was a wonderful cook. He specially loved her Marillenknödel (Apricot dumplings). Another subject was their children. 2 of them have to do military service now, 3 years for boys, 2 for girls! And it’s difficult to find a job before and after.

In Haifa, Haim and Rolly put us up for the next 2 days. We had the opportunity to get to know a part of the large patchwork family. Haim was the cook and his sister Pnina, her husband Samuel and their little daughter Stav came for dinner. They are experienced Servas travellers and told us about their travels around the world. Haim spoke about Israel’s difficult situation and sharply critizised the government; he had time to think about it, because he was very sick and is now in early retirement. Rolly told us about the changes in their life because of Haim´s sickness. And when Gal, their 12 year old daughter showed her little shy smile, we were very happy to know that people far away from our home have a different life but similar problems we could understand deeply. This made us feel close to them and maybe we could take a little bit away from their burden.

The first day in Haifa we visited Lili Argov in her elegant residence for retired people. I think she was happy to meet us, because there are no other people with whom she can talk about her childhood and her origin in Wiesmath. Lorenz has known her for some years and visited her in 2008. Then she came to Vienna and to Wiesmath in 2010 with her son Itzig. Lorenz had a lot of questions about her life in Austria under the Nazis and her escape to Palestine in 1940. She was very patient and answered everything. We went to the restaurant for lunch and than she offered us a big cake in real Wiesmathian style self made with 8 eggs.

The meeting with Lili was the main emphasis of our visit in Israel.

Mrs. Lilli Argov who was expelled from Lorenz‘ native village Wiesmath in 1938

The last two days we spent in Jerusalem with Nurit and Amitai, speaking German. Nurit’s parents came in the thirties from Nürnberg to Palestine and Amitai’s also from Germany. Both are teachers, Amitai of Hebrew, an expert in Jewish religion and culture. He loved to explain to us the tradition, but they are also very interested in politics. After dinner Amitai went to his choir and we joined him just for seeing how they sing in a reformed synagogue; for me it looks a little bit like a reformed church in Europe. And the choir had a talented young leader who is able to produce a wonderful sound.

The next day we had our meeting with Amal, an Arabic woman from an olive grove where they have a peace project called Tent of Nations, near Bethlehem, on the Westbank behind the wall. We took the bus, we had a good map and an excellent explanation of where to go. When we got out of the bus, 3 men supposed to be taxi drivers followed us, they didn’t understand that we were waiting for somebody. Real taxi drivers or …? It was a bit uncanny. Amal, which means hope in Arabic, who is working in an hospital as physiotherapist, came and took us 10 km by taxi to her ground. The road was small and after 200 meters was blocked by rocks, so they cannot go directly to the town with their products. Amal told us that her family had lived on this ground since 1916 and that for 20 years they have had a court case as the Israeli settler are trying to make them leave the ground. But they have papers proving that they are the owners. Most of the others Palestinians don’t have any papers and so it’s easy to expel them. There are 4 settlements around with water, electricity and all comfort. But Amal´s family is not allowed to have fresh water or electricity. At the entrance to their ground we could see a stone with the following sentence in German, Hebrew and English: We refuse to be enemies.

Sometimes soldiers or settlers come with weapons in their hands. Amal’s family don´t have weapons and they don´t need them. They invite them to have a tea or a coffee and conversations. Once Amal was successful: a woman from the nearest settlement who at first was very aggressive because she didn’t know that there were people living there, came on the ground and they had a good conversation.

They try to stay, to farm their land and to live there without violence.

Their program is to invite people from around the world for having peace workshops on the ground, they work with the people from the nearby Arabic village for the education of their children.

And they hope that because of their international contacts – among them also jewish groups – they can stay and farm the earth.

„We refuse to be enemies“

Tent of Nations – People Building Bridges – P.O. Box 28, Bethlehem – Palestine
Tel: +9722274 3071

info@tentofnations.org , www.tentofnations.org

When we told our experience to Nurit and Amitai, they were very sceptical and wondered that Arabic people would do peace work.

We also had touristic highlights:

we saw Old Jaffa, the Bauhaus and the real modern Tel Aviv, the beach; a wonderful small natural park on the coast with beautiful flowers; Caesarea, a historic city with a big harbour, Akko, an Arabic city with many Christian churches, where we took a boat trip with young Arabic girls who danced and were so touching to see in their happiness and last but not least Jerusalem with its wall around the old city, the Wailing Wall, an Arabic cemetary below the Temple Mount, the oriental basar. And we were impressed by the beautyful landscape.


At the Roman ruins of Caesarea Philippi


Girls dancing with Hedwig on a boat in the harbour of Acre


On the walls of the Old Citiy of Jerusalem

Hedwig Seyr-Glatz, Juni 2012

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South West Coast Path in Cornwall…

* von Heidi Schuster *

… ist ein fantastischer Weg – meistens an den Klippen entlang  mit wunderbarer Sicht zum Meer,

nicht immer gut beschildert (also noch ein Abenteuer!) und interessante Sachen am Weg: wie z. B. das Minack Theater. Fantastischer Ort, eine Aufführung anzusehen – mit Meerblick. Kennt ihr wahrscheinlich eh von den Rosamunde-Pilcher-Filmen!

Ich wollte mich auf den Weg machen und alle Servas Hosts in Cornwall besuchen. Das ist mir – fast – gelungen: sind eh nur 3…

Obwohl ich bei einem Host  einen Umweg machte, um dorthin zu kommen, bin ich sehr froh, diesen  gemacht zu haben. Es war ein herzlicher Empfang, und ich durfte mit Mark und Lele die Besonderheiten der Umgebung erkunden: radfahren am Cameltrail von Wadebridge bis  nach Pastow am Meer, wandern am South West Coast Path (mit vielen, vielen, vielen Stufen), Sonnenuntergang in einer Bar am Meer – herrlich.

Die meiste Zeit verbrachte ich wandernd bei Penzance: im November war ein junger Mann mein Gast: Isaac , und bei seiner Familie durfte ich mich jetzt einquartieren: ich wurde bekocht, wenn ich nach meinem langen Tag am Weg zurückkam, Geschichten vom Reisen haben wir ausgetauscht und Pläne für zukünftige Reisen  geschmiedet.

Und mit meinem nächsten Host machte ich Ausflüge im Campervan, die mich etwas beunruhigten: die Straßen sind wirklich sehr eng. Am Anfang dachte ich noch, daß sei eine Einbahnstraße, wurde jedoch bald eines besseren belehrt, weil Gegenverkehr mit Doppeldeckerbus.

Und zum Abschied brachte sie mich noch in einen der wunderschönen englischen Gärten zum Lunch. Beim herrlichen Essen unter Magnolienbäumen ist mir der Abschied sehr schwer gefallen.

Und ich mußte versprechen, bald wieder zu kommen. Das habe ich sowieso vor: habe ich doch nur eine kleine Strecke kennengelernt. 2 Wochen Cornwall sind einfach zu wenig!!!

Servas und die wunderbaren Servashosts haben  meine Wanderung zu etwas besonderem gemacht.

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Servus Servas!

* von Manu Reiter *

Ich weiß nicht, ob ich auf Englisch oder Deutsch schreiben soll, aber weil`s schon spät am Abend ist und das Denken ein bisschen langsamer geht, hab ich mich dann doch für Deutsch entschieden (außerdem weiß ich nicht, ob der Rest von Österreich einen Bericht in steirischer Sprache verstehen würde).

Ich will euch heute eine Geschichte erzählen. Es ist nicht irgendeine sondern eigentlich ganz konkret „meine“ Geschichte. Nämlich meine Servas-Geschichte. Ich bin bei einem Plauscherl mit einer Studienkollegin auf Servas gekommen und relativ spontan, kurz vor meiner Abreise nach Neuseeland Ende November 2010 mithilfe der Flexibilität von Christine Schuler, die kurzfristig Zeit für ein Gespräch fand, Servas-Mitglied geworden. Ich hab diesen Schritt während meiner „weiten Reise“ kein einziges Mal bereut, hab viele liebe nette Menschen kennengelernt, beflügelnde Gespräche geführt und Hand in Hand mit Servas Neuseeland und Australien diese wunderschönen Länder kennengelernt. Gibt’s eigentlich Formvorschriften für einen Servas-Bericht? Ich würd sagen, ich schreib einfach so, wie ich es mir denke – durcheinander & kunterbunt – so wie es meine Reise auch war.

Ich hatte meine erste Servas-Erfahrung Anfang Jänner 2011. Patsy & Dave Walters besitzen ein wunderhübsches Haus mit riesen Rosengarten in Whangarei, im Norden von Neuseelands. Nach einem besonders heißen Tag luden Sie mich gleich mal zu einem erfrischenden Bad im hauseigenen Swimmingpool ein und danach gab`s ein köstliches Abendessen. Die beiden waren ein lustiges Paar voller Gegensätze, jedoch schon seit Jahren glücklich verheiratet. Patsy zeigte mir den Rosengarten und es war alles in allem eine schöne Erfahrung. Am nächsten Tag ging es für mich dann schon wieder weiter, zum einen, weil das Ehepaar gerade mit ihrer Familien ziemlich viel um die Ohren hatte, zum anderen, weil es für mich noch viel zu entdecken gab.

Ein paar Tage später landete ich dann bei Chris Hiscock. Ein pensionierter Farmer und passionierter Segler. Er kam gerade von einem Segeltrip zurück und wir grillten gemeinsam und genossen den warmen Sommerabend. Er war sehr an Österreich und natürlich vor allem am Bauernleben bei uns interessiert. Diesbezüglich war ich natürlich die richtige Gesprächspartnerin, weil ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin. Es war nicht nur für ihn, sondern besonders für mich extrem interessant.

Meine ersten beiden Servas-Erfahrungen waren sehr unterschiedlich, weil Patsy & Dave sehr luxuriös wohnten und Chris eigentlich recht einfach lebte und eine komplett unterschiedliche Vergangenheit und Erfahrung hatten. Das ist das Schöne an Servas, man trifft Menschen, die verschiedene Geschichten zu erzählen haben, die aber eines verbindet – die Liebe zum Reisen.

Da ich ein eigenes Auto gekauft hatte war ich sehr flexibel und genoss es einfach auch mal irgendwo zu schlafen und nur Zeit für mich alleine zu haben. Diese Servas-Pausen waren sehr wichtig, um meine gesammelten Eindrücke zu sortieren und zu „verdauen“.

Mein nächster Stop war bei Tom & Wendy Cassie in New Pleymouth und dieser Besuch war sicher einer der herzlichsten die ich hatte. Die zwei sind einzigartig, so fuhr Wendy mit mir einen ganzen Tag die Gegend um New Pleymouth ab, zeigte mir ihre Lieblingsplätze und erzähle und erzählte und erzählte. Beide sind pensionierte Bauern, die jetzt in einem Häuschen direkt in der Stadt am Hafen wohnen und ihre Pension voll genießen. Am ersten Abend gingen wir gemeinsam zu einem Festival und vor meiner Abreise checkte Tom noch mal ob alles bei meinem Auto in Ordnung ist, während mir Wendy noch Sandwiches für die Fahrt schmierte! Wirklich entzückend und auf jedem Fall eine Bereicherung.

In Wellington übernachtete ich dann bei Tineke La Plant, eine Holländerin, die gleich wie ich einmal auf Reisen in Neuseeland war, sich verliebte und einfach hier blieb. Sie ist Restauratorin und hat eine Traum-Wohnung im Multikulti-Viertel von Wellington. In ihr fang ich einfach eine „Leidensgenossin“ weil sie genau wusste, wie es sich anfühlt, wenn man alleine unterwegs ist und wie wichtig es ist, überall im Land Menschen kennenzulernen. Dieser Besuch blieb nicht mein einziger, ich kam auf meiner Rückreise von der Südinsel Neuseelands noch einmal bei ihr vorbei, weil wir uns beim ersten Mal so gut verstanden. Sie zeigte mir unter anderem, wo und wie sie arbeitet und gab mir wertvolle Reisetipps.

Mein nächster Stop war sehr gut gewählt – so handelte es sich um Weinbauern. Phil & Sue Binnie waren meine ersten Hosts auf der Südinsel und freuten sich total mich bei ihnen zu haben, weil ihre Tochter gerade von einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Deutschland zurückgekommen ist. So konnte ich mit ihr auch ein bisschen Deutsch sprechen. Bei der Familie Binnie gabs den besten Chardonney meiner Reise und das Angebot bei der Weinernte im April mitzuhelfen. Ich bekam sogar eine exklusive Führung durch die Weingärten. Die Geschichte der Binnie`s war wieder total interessant, so entschlossen sie sich vor ein paar Jahren aus dem Nichts heraus und mit überhaupt keinem Expertenwissen, Weinreben anzubauen. Das ist Let`s-do-it-Mentalität der Neuseeländer um die man sie alle beneiden sollte. Phil war Polizist und jetzt sind sie sehr erfolgreiche Weinbauern in den berühmt berüchtigten Marlborough Sounds.

Auf Nelson hab ich mich besonders gefreut und mit John & Cher auch liebe Gastgeber gefunden. Bei Ihnen auf der Terasse konnte ich zum ersten Mal testen, wie gern mich die grausamen Sandflies mochten (und diese liebten mich abgöttisch) und meine Frau beim Sushi rollen stellen. Als Dankeschön hab ich gleich mal beim Unkraut jäten geholfen und mich mit John lange über die Faszination der Berge unterhalten. John & Chers Tochter arbeite bei einem Helicopter-Unternehmen beim Fox Glacier und sie lud mich sofort auf einen kostenlosen Flug ein. Dieses Angebot war genial und ich freute mich narrisch auf diese Chance. Leider spielte dann schlussendlich das Wetter nicht mit.

Auch am nördlichsten Spitzerl der Südinsel besuchte ich David & Valerie Podmore, die Dayhosts waren. Ihre Beschreibung im kleinen Servas-Adressbüchlein hörte sich einfach zu verführerisch an um nicht bei ihnen anzurufen. Beide Uniprofessoren, die sich in ihrer Pension einfach ein Haus in the middle of nowhere gebaut hatten und völlig energieautark leben. Alles wird selber angebaut und zu erreichen sind die beiden nur per Boot. Gesagt getan buchte ich mir den Platz auf einem Bootsshuttle, packte meine selbstgemachte Bio-Schokolade als Gastgeschenk ein und verbrachte einen interessanten Tag mit den beiden. Selbstgebackenes Brot, Kajak fahren, und und und standen auf dem Tagesplan. Am Abend gings voll mit neuen Geschichten und Erfahrungen im Gebäck per Schiff wieder zurück (übrigens sah ich auf der Rückfahrt meine ersten freilebenden Delphine!!!!).
Nach einer längeren Pause kehrte ich bei Kay Adam in Alexandria ein, die wohl verrückteste 83-Jährige, die ich kennen gelernt habe. Eine pensionierte Lehrerin, die mich am Abend schon vorgewarnt hatte, dass ich alleine frühstücken soll, weil sie keinen Grund sieht am Sonntag früh aufzustehen. Da ich irgendwie das Gefühl hatte, ihr helfen zu wollen, putze ich die Küche und machte den Abwasch. Zum Abschied stand sie dann aber trotzdem auf um danach aber gleich wieder ein Mittagsschläfchen einzulegen.

Emma Gerken war dann die verrückteste 90-Jährige, die ich je kennen gelernt habe. Sie ist Südafrikanerin und hat in zweiter Ehe Len geheiratet, der aber schon leider verstorben war. Sie war eine Diva und ich konnte es kaum glauben als sie mir alte Fotos von ihr zeigte! Sie war damals eine Schönheit und lebte sehr wohlhabend. Jetzt nach dem Tod ihres Mannes wollte sie wieder nach Südafrika zu ihrer Familie ziehen und gab mir sofort Adresse und Kontaktdaten ihrer Tochter um auf einer möglichen Reise mal bei ihr vorbei zu schauen.

Das war die kunterbunte Mischung an Hosts in Neuseeland – jeder für sich einzigartig und liebenswert. 5 Monate und 11 Servasbesuche, das ist die perfekte Art zu reisen.
Anfang Mai 2011 hieß es dann Servus-Baba Neuseeland, Servus-Grias di Australien. Durch mein Gesundheitsstudium motiviert rief ich gleich mal bei Isla Tooth an, ob ich nicht bei ihr vorbei schauen durfte und wurde sofort mit einem köstlichen Abendessen begrüßt. Eine selbstbewusste, selbstständige Frau, die weiß was sie will und vor allem in einem der schönsten Stadtteile von Sydney wohnte. Von der unendlichen Weite von Neuseeland zum pulsierenden Stadtleben war es ein Quantensprung für mich aber Isla machte meine ersten Tage in Australien zu einem schönen Erlebnis. Sie und ihre Katze sind ein Dreamteam und ihr Kleindungsstil einmalig.

Mein allerletzter Host auf meiner Reise war Peter Cramer, ein Künstler und Fotograf und auf ihn hatte ich mich sehr gefreut und ihn natürlich auch bewusst ausgesucht. Er war für mich fast prominent, so durfte er einmal eine PR-Kampagne für die Sydney Opera machen. Ein schräger Typ, der mir aber die schönen Seiten von Sydney in der Nacht zeigte. Er nahm mich gleich mal zu seiner Mutter mit und fuhr mit mir quer durch die ganze Stadt. Ein feiner Kerl, der mich sogar noch zum Flughafen bringen wollte. Diesen Weg wollte ich aber alleine „antreten“, dankte ihm aber recht herzlich fürs Angebot.
Nach diesen vielen schönen Erfahrungen freue ich mich auch etwas zurückzugeben und Menschen aus aller Welt Österreich zu zeigen! Servus Servas!

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